EuroNanoMedicine 2009 vom
28.-30. September in Bled
Die Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Multiple
Sklerose oder Demenzerkrankungen stellt auch die moderne Medizin noch vor große
Herausforderungen. Vielversprechende Lösungsansätze bietet die „Nanomedizin“,
also der Einsatz kleinster Partikel in der Diagnostik und Therapie. Die
neuesten Fortschritte und Resultate werden auf der EuroNanoMedicine 2009 am
28.-30. September 2009 in Bled, Slowenien, von Experten aus den Bereichen der
Medizin, Nanotechnologie, Chemie, Zellbiologie und Toxikologie vorgestellt und
diskutiert.
Herausragende Themen der EuroNanoMedicine 2009 sind u. a.
die die Überwindung körpereigener Barrieren mit Hilfe nanoskaliger
Wirkstofftransportsysteme, neue nano-basierte Diagnostika sowie Biokompabilität
und Toxizität solch neuartiger Systeme. Die dreitägige Konferenz umfasst neben
wissenschaftlichen Gesichtspunkten auch politische und gesellschaftliche
Aspekte der Nanomedizin in Europa.
Nanomaterialien sind bisher vor allem aus der Industrie
bekannt, zum Beispiel bei der Beschichtung von Oberflächen. In der Nanomedizin
werden Nanopartikel unter anderem als Wirkstoffträger verwendet. Sie sollen
Wirkstoffe gegen vorzeitigen Abbau auf dem Weg durch den Körper schützen oder
die Aufnahme im Körper erleichtern. Durch Einführen spezieller biologischer
Funktionalitäten an der Oberfläche dieser nanoskaligen Vehikel soll eine
gerichtete Wirkstofffreisetzung am Zielort erreicht werden. Das kann die
Wirksamkeit des Medikamentes erhöhen und Nebenwirkungen verringern.
Ausrichter der EuroNanoMedicine 2009 ist das
multidisziplinäre Integrierte Projekt NanoBioPharmaceutics gemeinsam mit den
Projekten NanoEar und MediTrans; alle drei Projekte werden von der Europäischen
Kommission gefördert. In NanoBioPharmaceutics haben sich 25 Partner aus 12
EU-Ländern und Israel zusammengeschlossen, darunter 12 Universitäten, sechs
Forschungsinstitute, vier KMUs und drei große pharmazeutische Unternehmen. Das
Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und endet im September 2010.
Ziel des Projektes ist es, biologisch abbaubare
Nanopartikel-basierte Transportsysteme zu entwickeln, mit denen Protein- oder
Peptidwirkstoffe sicher über physiologische Barrieren transportiert werden und
am Zielort freigesetzt werden können. So muss beispielsweise ein
Alzheimer-Medikament zunächst die Blut-Hirn-Schranke passieren, die das Gehirn
vor schädlichen Substanzen schützt. Auch für Diabetespatienten würde es einen
großen Gewinn an Lebensqualität bedeuten, ließe sich Diabetesmedikation oral
statt durch Injektionen verabreichen. Außerdem werden innerhalb von
Nano-BioPharmaceutics neue Testsysteme auf Basis von Zellkulturen erforscht und
mit den Ergebnissen aus Tierversuchen verglichen. Langfristiges Ziel ist dabei,
Methoden zu finden, die die derzeit für die Erprobung von Medikamenten
vorgeschriebenen Tierversuche einschränken und vielleicht irgendwann ersetzen
können.
Gegen Ende des dritten Projektjahres ist im Rahmen von
NanoBioPharmaceutics ein großes Spektrum an nanopartikulären Systemen
entwickelt worden, die derzeit optimiert und auf ihre Eignung und ihren Erfolg
zum Transport von Wirkstoffen bei oraler oder nasaler Aufnahme oder über die
Blut-Hirn-Schranke überprüft werden.
Nähere Informationen zu NanoBioPharmaceutics und zur
EuroNanoMedicine 2009 sind erhältlich unter: