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Chinas Wassersorgen

In Europe völlig normal, ist es in China undenkbar ein Glas Wasser einfach so aus der Leitung zu trinken. China bezieht 83% seines Wassers aus Seen und Flüssen und viele davon haben keine Trinkwasserqualität. Fast 7% der Wasserproben, die das chinesische Ministerium für Ökologie und Umwelt 2018 untersucht hat, waren so belastet, dass das Wasser nicht einmal für Industriezwecke oder in der Landwirtschaft verwendet werden durfte. Von dem wenigen Grundwasser, das vorhanden ist, gelten 60-80% als verschmutzt. Mit dem „Water Ten Plan“ hat die Regierung 2015 der Verbesserung der Wasserqualität höchste Priorität eingeräumt und die ersten Effekte sind messbar: Die meisten großen Flüsse wie der Gelbe Fluss, Huai, Yangtze und  Perlfluss sind tatsächlich sauberer geworden, aber Liao und Songhua im Nordosten Chinas sind sogar stärker belastet als 2018.

Stadtbewohner profitieren von guter Infrastruktur

Die wachsende Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen, wird eine Herausforderung bleiben. Es wird erwartet, dass die Landflucht anhalten wird, bis 80% der Bevölkerung in Städten lebt; bisher sind es 58%. Schon jetzt haben Beijing, Shanghai und Tianjin extrem geringe Wasservorräte. Erschwerend kommt hinzu, dass die technische Infrastruktur nicht dem Stand der Technik entspricht und das Leitungsnetz korrodiert ist. Geschätzte 10 Milliarden Kubikmeter Wasser versickern dadurch jedes Jahr ungenutzt.
Das Süd-Nord-Wassertransferprojekt ist ein Versuch, das Ungleichgewicht der Regenfälle zwischen Chinas feuchtem Süden und dem trockenen Norden auszugleichen. Bis zur Fertigstellung werden jedoch noch weitere 30 Jahre vergehen und es ist nicht absehbar, welche Folgen der Klimawandel bis dahin haben wird.
Selbst wenn die Bevölkerung angemessen mit Wasser versorgt werden kann, ist auch die Entsorgungsproblematik zu lösen. In Großstädte gibt es meist Kläranlagen, aber auf dem Land läuft noch viel Abwasser ungeklärt in die Flüsse.
Die Situation in umwelttechnisch bedenklichen Industrien hat sich insofern verbessert, als die schlimmsten Umweltverschmutzer in Industrieparks umgesiedelt wurden, die über ein zeitgemäßes Abfallmanagement und moderne Kläranlagen verfügen. In diesen Anlagen wird viel Technik internationaler Hersteller verwendet, darunter zahlreiche deutsche Firmen. Spezialpumpen, Anlagen für die Mikro- und Ultrafiltration, Steuer- und Regelungstechnik und Analytik stehen hoch im Kurs. Deutschland ist einer von Chinas Hauptlieferanten für Spezialpumpen, sowie für Anlagen zur Wasserfiltration und –reinigung.

Kreisläufe schließen und Wertstoffe gewinnen

In der Abwassertechnik findet gerade weltweit ein grundsätzlicher Wandel statt – weg vom Entsorgungsgedanken, hin zur Ressourcenorientierung. Wasserwiederverwendung ist vor allem in der Industrie ein schnell wachsender Wertschöpfungstreiber. Außerdem wird es immer interessanter, Wertstoffe aus dem Abwasser zurückzugewinnen. Phosphor zum Beispiel kann aus dem Klärschlamm extrahiert und als Dünger verwendet werden. Der Klärschlamm ist auch ein ausgezeichnetes Substrat für die Biogasproduktion, die Erdgas als Treibstoff ersetzen kann. Wie diese Techniken auf die Gegebenheiten in China angepasst werden können, wird in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Tongji Universität Shanghai untersucht.
Beim industriellen Abwasser geht der Trend dazu, es völlig zu vermeiden. Für die abwasserfreie Produktion werden Membrantechnologien bis hin zur Umkehrosmose eingesetzt. Die Membranen trennen das Abwasser in ein Permeat, das wiederverwendet wird und ein Konzentrat, das weiter behandelt, eingedampft und kristallisiert wird. Aus dem Feststoff können wiederum Rohstoffe gewonnen werden, oder er wird deponiert.

Die AchemAsia vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai ist die beste Gelegenheit, führende Hersteller aus China und der ganzen Welt in Sachen Wasser- und Abwasserbehandlung zu treffen. Sie bieten Pumpen, Rohrleitungen, Membrantechnologien sowie Labor- und Analysengeräte an, um den Wassersektor in China auf den internationalen Stand zu bringen. AchemAsia ist das internationale Forum für nachhaltige chemische Produktion und seit 1989 der Treffpunkt deutscher Ingenieurstradition und asiatischem Aufbruchsgeist.

www.achemasia.de

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