CN

Leichter investieren in China

In einem Bericht aus dem November 2018 stellt Germany Trade and Invest fest, die Bedingungen für ausländische Investoren in China seien noch nie so gut gewesen. Aktuelle Zahlen des chinesische Wirtschaftsministeriums bestätigen diese Einschätzung: Ausländische Direktinvestitionen in China sind im Januar und Februar 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,5% auf 19,3 Milliarden Euro gewachsen. Die Investitionen aus Europa stiegen im Januar und Februar zusammen von 2018 auf 2019 um 44,3%.
China bleibt demnach weiterhin ein attraktiver Standort, auch wenn die Bedingungen nicht einfach sind. Bestimmte Industriebereiche wie Tier- und Pflanzenzucht, die Herstellung von Medien und der Handel mit Tabak waren für Nicht-Chinesische Unternehmen bisher völlig tabu. Wer mit seinem Unternehmen in China ein Bein auf den Boden bringen wollte, der wurde nicht selten in ein Joint-Venture mit einer einheimischen Firma gezwungen und musste seine Technologie an den Partner transferieren. Die Unterschiede zwischen den Kulturen boten dann reichlich Konfliktstoff beim Umgang mit geistigem Eigentum. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hatte im Januar ein Grundsatzpapier zum Umgang mit Chinas staatlich gelenkter Volkswirtschaft veröffentlicht. Darin monierte er die Marktabschottung und Ungleichbehandlung ausländischer Investoren. Nun ist eine Trendwende in Sicht: Im März beschloss der nationale Volkskongress mit großer Mehrheit, Chinas Märkte für Auslandsinvestitionen weiter zu öffnen. Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte den Vorgang zur Chefsache gemacht und dafür gesorgt, dass das Gesetz das am schnellsten verabschiedete in der Geschichte der Volksrepublik ist. Ein möglicher Grund für das beschleunigte Verfahren könnte der Wunsch der Regierung sein, den Handelsstreit mit den USA möglichst schnell beizulegen. US-Präsident Donald Trump fordert als Voraussetzung dafür eine Öffnung des chinesischen Marktes für US-Investoren, Gleichbehandlung und gleiche Marktchancen sowie den Schutz des geistigen Eigentums ausländischer Investoren. All dies ist im neuen Investitionsgesetz berücksichtigt, das am 1. Januar 2020 in Kraft treten soll. Außerdem wird die Negativliste der Tabu-Industrien überarbeitet und verkürzt.
Kritiker bemängeln, dass das Gesetz mit heißer Nadel gestrickt wurde und werden die Umsetzung genau beobachten. Dem will die Regierung begegnen, indem sie ein Beschwerdezentrum einrichtet.

Die AchemAsia 2019 bietet eine ideale Gelegenheit, Geschäftsmöglichkeiten in China auszuloten, den Kontakt zur chinesischen Prozessindustrie aufzubauen und sich über die Angebote chinesischer Technologieanbieter zu informieren.

© DECHEMA Ausstellungs-GmbHPrint page