CN

Chinas Pharmaindustrie braucht Innovation statt Generika

Chinas Pharmaindustrie hat sich in den letzten 20 Jahren dramatisch verändert. Zu Beginn des Jahrhunderts war gerade mal ein Drittel der Bevölkerung krankenversichert, jetzt sind es 100%. Die Regierungsinitiative „Gesundes China 2030“ hat der Gesundheitsindustrie zweistellige Wachstumsraten beschert, die vermutlich noch einige Jahre anhalten werden. 2027 werden in China 143 Millionen Menschen leben, die älter sind als 65 Jahre und die unter den typischen Zivilisationskrankheiten leiden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs.
Kürzlich haben die staatlichen Krankenhäuser ihr Einkaufsverfahren geändert, dies sorgte für Aufruhr in der Pharmaindustrie. Die Großabnehmer praktizieren jetzt ein offenes Bieterverfahren und das senkt die Gewinnspanne bei Generika – einem Eckpfeiler der chinesischen Pharmaindustrie. Als Folge wird mit einer Konsolidierung unter den tausenden kleinen chinesischen Generika-Herstellern gerechnet. Große internationale Firmen können die Verluste durch Masse ausgleichen.
Für kleine Unternehmen dagegen wird Innovation der Schlüssel zum Überleben im Konkurrenzkampf sein und das auf mehrere Ebenen. Der Schwerpunkt muss sich hin zur Entwicklung neuer Medikamente verlagern, die durch Patente geschützt sind und dadurch einen höheren Gewinn erzielen können. Das bedeutet auch, mit multinationalen Pharmafirmen zu konkurrieren, die von den jüngsten Reformen in der Arzneimittelzulassung profitieren. Wurde ein Medikament in einem anderen Land zugelassen, sind keine zusätzlichen klinischen Studien in China mehr nötig; das sorgt für eine wesentlich schnellere Markteinführung.
Außer in der Forschung ist Innovation auch in der Produktion und Weiterverarbeitung lebenswichtig. Statt großer Mengen eines einzelnen Produktes werden in Zukunft kleine Mengen verschiedener Medikamente gefragt sein. Produktionslinien müssen deshalb flexibel genug gestaltet sein, um innerhalb von Stunden das Produkt zu wechseln. Dafür sind effiziente und hoch automatisierte Anlagen nötig, die über intelligente Betriebssysteme verfügen, denn qualifizierte Arbeitskräfte sind auch in China knapp.
Die Verpackungslinien müssen als letztes Glied der Kette ebenso flexibel und schnell umschaltbar sein wie die Produktionslinien. Serialisierung und Nachverfolgbarkeit sind die wichtigsten Herausforderungen wenn es darum geht, Medikamente sicher und ohne Qualitätsverlust zum Kunden zu bringen. Nach einem Impfstoffskandal 2018 hat die Regierung erste Schritte unternommen, das nationale Serialisierungssystem durch eines zu ersetzen, das internationalen Standards genügt.

Die AchemAsia vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai ist die beste Gelegenheit, führende Hersteller von Pharma-Anlagen aus aller Welt zu treffen. Sie bieten Ausrüstung auf dem allerneuesten Stand an, mit der jeder Hersteller auf dem internationalen Markt mithalten kann. AchemAsia ist das internationale Forum für nachhaltige chemische Produktion und seit 1989 der Treffpunkt deutscher Ingenieurstradition und asiatischem Aufbruchsgeist.

www.achema.de

© DECHEMA Ausstellungs-GmbHPrint page