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Sicherheit für Mensch und Maschine

Es ist viel passiert, seit 2015 im Hafen von Tianjin 165 Menschen bei der Explosion eines Chemikalienlagers ums Leben gekommen sind. Lagerhäuser und Produktionsstätten für Chemikalien dürfen nicht länger neben Wohngebieten liegen, sondern müssen sich in Chemieparks ansiedeln. Das ist nur eine Konsequenz des derzeitigen Fünfjahresplans der chinesischen Regierung, in dem der Umweltschutz eine große Rolle spielt und der jetzt schon einen starken Einfluss auf die chinesische Chemieindustrie hat. Manche Firmen nehmen den Umzug zum Anlass, ihre Maschinen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, um der Stilllegung ihres Betriebes zuvorzukommen. Moderne Chemieparks verfügen über Wasser- und Energiemanagementsysteme und Kläranlagen und tragen damit erheblich zum Umweltschutz bei.

2017 führte die chinesische Regierung eine viermonatige Inspektionskampagne in Sachen Arbeitssicherheit durch, die alle Regionen und Industriebereiche umfasste. Ziel der Kampagne war es, empfindliche Strafen für Firmen zu verhängen, die Arbeitssicherheitsbestimmungen missachten. Außerdem sollten Gefahrenquellen beseitigt und die Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen durchgesetzt werden. Letztes Jahr wurde in China das Ministerium für Notfallmanagement eingerichtet, das für Katastrophenfälle, Arbeitssicherheit und Gefahrstoffe verantwortlich ist. Leider sind die Veränderungen noch nicht überall in den Fabrikhallen angekommen.
Erst im März kamen in Yancheng in der Provinz Jiangsu 78 Menschen bei einer Explosion in einer Chemiefabrik ums Leben, 600 weitere wurden verletzt. Es ist der schlimmste Industrieunfall in der Geschichte des Landes nach der Tianjin-Explosion. Zwei Wochen zuvor waren in Dazhou, Provinz Sichuan, drei Arbeiter an einer Schwefelwasserstoff-Vergiftung gestorben, als sie einen Tank reinigten, drei weitere wurden verletzt. Die Untersuchung des Unfalls zeigte, dass Gefahrstoffe nicht eindeutig gekennzeichnet und die Sicherheitsmaßnahmen im Ladebereich unzureichend waren. Die Beschäftigten darin zu unterweisen, wie sie ihre Arbeit sicher ausführen können, ist eine Maßnahme, die Anzahl tödlicher Arbeitsunfälle zu reduzieren. Eine andere ist, die Anzahl der Menschen in der Produktionsstätte zu reduzieren und damit die Ursache menschlichen Versagens. An der Automatisierung von Prozessen und der Entwicklung von Containment-Verfahren führt ohnehin kein Weg vorbei, wenn chinesische Unternehmen trotz steigender Lohnkosten auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig bleiben wollen. Mit Prozessleitsystemen lassen sich Prozesse besser kontrollieren und dokumentieren, sowie Kosten reduzieren. Spätestens wenn chinesische Hersteller internationale Unternehmen beliefern wollen, sind sie gezwungen, in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren. Üblicherweise auditieren dies Unternehmen ihre Zulieferer und selbige müssen westliche Sicherheits- und Qualitätsstandards erfüllen.

Die AchemAsia vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai ist die beste Gelegenheit, führende Hersteller aus aller Welt in Sachen Prozess- und Anlagensicherheit zu treffen. Sie bieten Ausrüstung auf dem allerneuesten Stand an, mit der jeder Hersteller auf dem internationalen Markt mithalten kann. AchemAsia ist das internationale Forum für nachhaltige chemische Produktion und seit 1989 der Treffpunkt deutscher Ingenieurstradition und asiatischem Aufbruchsgeist.

 

Zuerst veröffentlicht am 19. März 2019 , aktualisiert am 28. März 2019

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